Antrag zur Reaktivierung der Hesselbergbahn eingereicht

Nach einer gewissen Gnadenfrist habe ich heute den Antrag zur Überprüfung der Fahrgastpotentialanalyse für die Bahnstrecken Nördlingen-Gunzenhausen und Nördlingen-Dombühl beim Landrat eingereicht. Eigentlich hatte ich noch auf im Fraktionsvorsitzendengespräch zugesagte Informationen aus einem Treffen mit dem VGN am 09.04. gewartet, diese sind aber bis heute noch nicht eingegangen. Damit muss sich nun der Kreistag mit dem Thema beschäftigen, nachdem der Antrag – von Albrecht Röttger bereits als Bürgeranliegen eingereicht – im Landratsamt keine Beachtung gefunden hat. Hier gibt es den Antrag von Albrecht zum Nachlesen…

Antrag zur Reaktivierung der „Hesselbergbahn“
Der Kreistag möge beschließen:
Als Mitglied des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg (VGN) beauftragt der Landkreis den VGN, die bestehende Fahrgastpotentialanalyse zur Prüfung der Reaktivierung des Schienenpersonennahverkehrs auf den Eisenbahnstrecken Nördlingen-Gunzenhausen und Nördlingen-Dombühl unter folgenden Prämissen durchzurechnen:
1. Die Züge erreichen an den Endpunkten ohne lange Wartezeiten Anschlüsse.
2. Durchgebundene Züge bieten umsteigefreie Verbindungen über die Endpunkte der zu reaktivierenden Strecken hinaus in dem Maße an, wie es aus Sicht des mit der Analyse befassten VGN-Teams sinnvoll erscheint, um vorhandene Fahrgastpotenziale auszuschöpfen.
Dabei sind ausdrücklich auch Durchbindungen von Nürnberg nach Augsburg über Pleinfeld- Gunzenhausen-Nördlingen sowie von Dombühl nach Donauwörth auf ihre Auswirkungen auf das Fahrgastpotenzial zu prüfen.
Zur Begründung:
Bevor die Staatsregierung öffentlichen Schienenpersonennahverkehr bestellt, muss nach einem von ihr bestimmten Rechenmodell ein Wert von mindestens 1000 Reisenden pro Werktag und Kilometer prognostiziert werden.
Wesentliche Faktoren dieses Rechenmodells für verminderte Fahrgastzahlen sind „Widerstände im Netz“ insbesondere fehlende Anschlüsse, notwendiges Umsteigen.
Nur für ein zeitgemäßes, an „Widerständen im Netz“ armes Zugangebot also kann nach dem Willen der Staatsregierung ausreichend Fahrgastpotenzial prognostiziert werden.
Gute Anschlüsse sollten selbverständlich sein, durchgebundene Züge (z.B. Nürnberg-Nördlingen) waren von der DB vor der Stillegung bereits angeboten worden.
Die Durchbindung von Zügen bis hin z.B. nach Nürnberg ist heute heute technisch wesentlich einfacher dank der heute eingesetzten oder auf dem Markt erhältlichen Triebwagen, die automatisch zu kuppeln und bei Bedarf auch mehrsystemfähig sind.
Ein solches Zugangebot muss deswegen unserer Fahrgastpotenzialanalyse zu Grunde gelegt werden.
Das ist in der vorliegenden Fahrgastpotenzialanalyse nicht konsequent berücksichtigt: Insbesondere an den Enden der zu reaktivierenden Strecken gibt es bisherigen Annahmen der Fahrgastpotenzialanalyse nach einen „Widerstand im Netz“, nämlich Wartezeiten und lästiges Umsteigen:
Beispiel Nördlingen:
– Grundsätzlich wird hier von einem nötigen Umsteigen ausgegangen.
– Angenommen werden 40 Minuten Wartezeit bis zur Weiterfahrt nach Donauwörth
Ein solches Angebot ist denkbar unattraktiv.
Dies liegt daran, dass die Fahrgastpotenzialanalyse auf einer vorangegangenen technischen Machbarkeitsstudie aufbaut, deren Augenmerk primär den zu reaktivierenden Strecken galt, weniger der Vertaktung mit angrenzenden Linien, erst recht nicht dafür nötigen Verbesserungen.
Technisch wäre am Beispiel Nördlingens zu prüfen, mit welchem Aufwand (moderne Triebwagen, höhere Geschwindigkeit zwischen Hoppingen und Nördlingen etc.) die aktuelle Kreuzung der Züge von Nördlingen nach Donauwörth mit den Gegenzügen in Nördlingen möglich ist.
Dann könnte der Zug in Nördlingen den Anschluss aus Gunzenhausen abwarten, ein „Widerstand wäre beseitigt. Vorab soll jedoch geprüft werden, welche Auswirkung die Beseitigung dieser „Widerstände im Netz“ sich auf die prognostizierten Fahrgastpotenziale auswirken.